Was macht die See zu einem Sehnsuchtsort?, frage ich mich bei einem Spaziergang durch den Nationalpark Jasmund
Während ich auf dem Hochuferweg wandere, stürzen sich die Jasmunder Buchen unmerklich über die Felsen hinab ins Meer. Dafür brauchen sie Zeit, sie fallen langmütig. Die See, die sie empfängt, präsentiert sich derweil in Weißgrünblautürkis mit den bekannten Accessoires: Möwen, eine Hand voll Bernsteinsammler, Kreide, Kutter.
Eine salzig-herbe Brise trägt vernehmbar ein Versprechen zum Land. Das Versprechen heißt Gleichmut, Tiefe und der Angst beim Versinken zuschauen. Beständig hefte ich den Blick an die See, darauf wartend, dass alles Begrenzte, Geordnete und Wirkliche zum Gestaltlosen, Unabwägbaren und Möglichen werde. Sie weckt die Sehnsucht, die prima materia, denn der Blick wechselt vom Festland zum Meer in eine andere Zeit und nicht an einen anderen Ort.













